Heritage Design

Erklärung

Das Bauen im Bestand rückt mehr und mehr in den Vordergrund der praktischen Arbeit des Architekten. Sei es beim Thema Verdichten von historischen gewachsenen Städten, die große Zuwanderung haben, oder bei der Steigerung der Attraktivität von bestehenden Orts- und Stadtkernen in Regionen mit großer Abwanderung. Die bestehende Bausubstanz stellt nicht nur ein grosses Potential für ressourcensparende Umnutzungen dar, sondern prägt auch unsere gewachsenen Städte und Dörfer und schafft dadurch Identität und Vertrautheit. Vor diesem Hintergrund gilt es auch mit Ergänzungen an den Qualitäten unserer gebauten Umwelt anzuknüpfen und die Identität eines Ortes zu stärken. Die grundlegende Analyse des Ortes, wie auch die Fähigkeit des kontextuellen Entwerfens, sind für die Gestaltung unseres gebauten Erbes von großer Bedeutung. Dabei soll es nicht nur um den verantwortungsvollen Umgang mit historisch bedeutender und denkmalgeschützter Bausubstanz, Stadträumen und Dorfstrukturen gehen, sondern auch um Lösungen für die große Masse des qualitätvollen Gebauten aus allen Generationen.

Lerninhalte

Im Masterfokus „heritage design“ werden fachrelevante Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich des Planen und Bauens im gebauten Kontext erworben und bereits vorhandene vertieft und angewendet.

Einen hohen Stellenwert im Studium wird der umfassenden Analyse und Bewertung des Bestands, im Hinblick auf die geschichtlichen, konstruktiven, materiellen, räumlichen aber auch formalen Eigenheiten, zugemessen. Gleichzeitig ist aber auch das Lesen und Verstehen des Kontexts im Hinblick auf historische, soziologische und kulturelle Gegebenheiten von großer Bedeutung. Zusammen bilden sie die theoretische Grundlage für jede weitere Planung oder Gestaltung und muss mit wissenschaftlichem Anspruch durchgeführt werden.

An einer komplexen Gestaltungsaufgabe werden unterschiedliche Herangehensweisen zum Entwerfen im Bestand beispielhaft aufgezeigt und diskutiert. In breit angelegten interdisziplinären Querschnitts-Vorlesungen werden dafür die theoretischen Grundlagen vermittelt.

Die selbstständige Erarbeitung der Masterthesis mit der Ausarbeitung eines komplexen Gestaltungsentwurfs und einem wissenschaftlichen, analytischen, schriftlich ausgearbeiteten Teil, angereichert mit themenbezogenen Blockseminaren, Exkursionen und Workshops, runden das Studium ab.

Studieninhalte

Erhalten, Umbauen und Erweitern als interdisziplinärer Prozess

  • Analyse und Bewertung der bestehenden Bausubstanz und ihrem Kontext
  • Umgang mit historischen Ensembles, Stadräumen und Dorfstrukturen aus ihrer baulichen und strukturellen Eigenart heraus
  • Erweiterte Kenntnisse über konzeptionelle architektonische Herangehensweisen und Haltungen im Umgang mit bestehender Bausubstanz
  • Erweiterte Kenntnisse über Bautechniken und Konstruktionen
  • Erweiterte Materialkenntnisse und Kenntnisse über Sanierungstechnologien
  • Tragwerksanalyse und Ertüchtigung, Energieeffizienz und Bauphysik
  • Theorie und Grundlage der Denkmalpflege
  • Erweiterte geschichtliche und architekturtheoretische Kenntnisse
  • Vermittlung der rechtlichen Bedienungen und der Fördermöglichkeiten
  • Vertiefte Kenntnisse über Projekt- und Planungsmanagement

Studienziele

Bei den Masterstudierenden soll einerseits ein stärkeres Bewusstsein im Hinblick auf die Erhaltung qualitätvoller Bausubstanz und Baukultur erzeugt werden, andererseits soll eine Strategie im angemessenen Umgang mit dieser im Hinblick auf Umnutzung, Ergänzung oder Erweiterung vermittelt werden.

Das Erlernen und Vertiefen des wissenschaftlichen Arbeitens, von der Recherche bis hin zum Schreiben soll ein wichtiger Bestandteil des Studiums sein. Ein ganz wesentliches Ziel des Ausbildungsprogramms ist es, aufgrund der gewonnenen Kenntnisse und Erfahrungen eine eigene verantwortungsvolle Haltung im sensiblen Umgang mit bestehender Bausubstanz zu erlangen.