szenografie & concept art

Erklärung

Die visuellen Medien: Immer stärker beeinflussen sie unser Leben, prägen unsere Wahrnehmungsgewohnheiten, steuern unsere Erwartungen und geben Handlungs- und Empfindungsmuster vor. Kein Wunder, dass damit auch alle Formen des sinnlichen Erlebens und der Kommunikation in den geschärften Blick geraten sind. Auch die Beziehung von Mensch und Raum wird immer stärker auf ihre Erlebnisqualitäten hin befragt. Was und wie kommuniziert Raum? Welche Atmosphären tragen zu einer idealen Einbettung aller Funktionen in ein sinnlich und emotional erlebbares Ganzes bei?

Lerninhalte

Natürlich – Raum kann niemals NICHT kommunizieren: Das galt schon immer auch für die „normale“ Architektur und Innenarchitektur. Doch das atmosphärische, suggestive und narrative Potential von Gestaltung wird in ganz besonderem Maß seit Jahrhunderten in Räumen eingesetzt, deren Hauptfunktion die Unterstützung von Erzählungen ist: Im Theater (als Bühnenbild), später in Film und Fernsehen (Set Design), seit einiger Zeit im Game Design und anderen Formen narrativer Kommunikation. Was früher der „Bühnenbildentwurf“ war, ist dabei seit Entwicklung des Production Designs in der Filmindustrie die „Concept Art“.

Aber längst ist die spezielle, bewusst eingenommene szenografische Perspektive nicht mehr nur auf tradierte theatrale oder narrative Kommunikationsformen beschränkt. In der Museums- und Ausstellungskultur, Messegestaltung, im Hotel- und Gastronomiedesign, Retail Design und Brand Design geht Gestaltung immer weiter über bisher definierte Nutzfunktionen hinaus und entfaltet kraftvolle atmosphärische Kommunikations- und Erlebnisräume, deren visuelle und sinnliche Dichte faszinieren kann und soll.

Szenografie ist also an vorderster Front, wenn es um eine ganzheitliche, also auch emotionale Sicht der Interaktion von Mensch und räumlicher Umwelt geht. Unterstützt vom „spatial turn“ der Kultur- und Sozialwissenschaften, untersucht Szenografie auch stets den Raum als Konstrukt und Spiegel sozialer Beziehungen.

Studienziele

Unser Master-Fokusthema „Szenografie und Concept Art“ möchte Sie nicht nur mit narrativen, atmosphärischen und dramaturgischen Konzepten von Raumgestaltung vertraut machen, sondern diese auch ganz konkret bereits in der Ideen- und Entwurfsfindung zum Einsatz bringen. Da es auch sehr stark um die Kommunikation von Atmosphären geht, sind überdurchschnittliche darstellerische Kompetenzen sehr von Vorteil. Mit Ihrem Fokus-Projekt-Vorschlag können Sie ein Thema aus den Bereichen Theater, Film, Graphic Novel, Concept Art, Museum/ Ausstellung, Retail Design oder aus verwandten Bereichen einbringen und entwickeln.
Dieses Master-Fokusthema zielt darauf ab, die speziell szenografische Perspektive auch für die herkömmliche Innenarchitektur nutzbar zu machen und Ihnen im gesamten Bereich Raumgestaltung zu Alleinstellungskompetenzen zu verhelfen.